Ohne Kalb keine Milch
Im Alter von zwei bis drei Jahren bringt eine Kuh ihr erstes Kalb zur Welt. Nun beginnt ihre Karriere als Milchlieferantin: Während den nächsten zehn Monaten wird sie täglich zwei- bis dreimal gemolken. Innerhalb dieser im Fachjargon "Laktation" genannten Zeit steigt ihre Milchleistung zuerst an und nimmt dann nach ungefähr sechs Wochen langsam wieder ab. Nach rund zehn Monaten wird die Kuh "trocken gestellt" – dass heisst der Bauer hört mit dem Melken auf und reduziert die Fütterung. Denn nun braucht die trächtige Kuh all ihre Reserven für ihr in rund acht Wochen zur Welt kommendes Kalb. Im Normalfall bringt die Kuh alle 12 bis 14 Monate ein Kalb zur Welt und liefert während einer Laktation 7'100 Kilogramm Milch. Spitzenkühe erreichen eine Milchleistung von über 10'000 Kilogramm. Eine gute Kuh gibt über zehn Jahre Milch.
Das Kalb erhält von der Milch seiner Mutter nur einen relativ kleinen Anteil, der grosse Rest wird vom Bauern gemolken und danach in den Molkereien abgeliefert. In den ersten Tagen nach dem Abkalben ist die Milch jedoch nicht konsumfähig. Sie wird Kolostralmilch oder "Biestmilch" genannt, und enthält für das Kalb lebenswichtige Inhalts- und Abwehrstoffe. Ein Kalb braucht in den ersten 2-3 Monaten täglich 5-8 Liter Milch. Die Milchration wird dann kontinuierlich vermindert ehe im Alter von 5-6 Monaten endgültig auf die Fütterung mit Gras, Heu und Getreide umgestellt wird. Männliche Kälber (Stierkälber genannt) werden vor allem für die Mast verwendet. Nach 3-4 Monaten sind sie schlachtreif und werden zu Kalbfleisch verarbeitet, manche werden auch als Mastmuni weitergemästet. Weibliche Kälber (Kuhkälber genannt), wachsen zum Rind heran.
