Schweizer Landwirtschaft -

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Bedeutung der Pferdehaltung

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist der Pferdebestand in der Schweiz parallel mit der zunehmenden Mechanisierung in der Landwirtschaft, dem Gewerbe und der Armee zurückgegangen. Seit den neunziger Jahren nimmt die Zahl der in der Schweiz gehaltenen Tiere jedoch wieder zu: Die Rolle des Pferdes hat sich deutlich verlagert vom landwirtschaftlichen Nutztier zum Sport- und Freizeittier. Auch verschiedene Therapieansätze basieren auf dem Umgang mit dem Pferd.

Pferde und ihr Umfeld generieren in der Schweiz laut dem Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) einen Umsatz von 1,65 Milliarden Franken und erhalten mehr als 10 000 Arbeitsplätze.

1960 waren noch über 90 Prozent der Pferde im Besitz von hauptberuflichen Landwirten. Heute sind es weniger als 50 Prozent. Heute leben in der Schweiz rund 90'000 Pferde.  Zumeist handelt es sich dabei um Pferde der Rasse Freiberger. Zusammen mit den geänderten Anforderungen an die Tiere haben sich auch die Zuchtziele gewandelt. Bei den Sportpferden wird seit längerem Vollblut eingekreuzt, bei den Kaltblutrassen werden heute leichtere Tiere gezüchtet. Als Vollblüter bezeichnet man Pferde, deren Abstammung auf die Araberpferde zurückgeht. Bei den Kaltblütern handelt es sich ursprünglich um die schweren Zugpferdrassen.

Zirka 15'000 Tiere dienen der Pferdezucht. Pro Jahr werden im Inland zwischen 4'000 und 5'000 Fohlen geboren. Davon sind etwa 3'000 Freiberger, 1'000 Warmblüter, knapp 300 Haflinger und 150 Ponys der verschiedensten Rassen. Alle Pferde in der Schweiz müssen regisitriert sein: Ältere Tiere bekommen einen Equidenpass, neugebohrene Fohlen werden zusätzlich gechippt. Knapp 50 Prozent der in der Schweiz geborenen Tiere absolvieren im Alter von drei Jahren eine Leistungsprüfung.

In der Schweiz wird immer mehr Pferdefleisch gegessen. Heute stammt der grösste Teil des konsumierten Fleisches aus Übersee. Vor allem im Jura haben in letzter Zeit vermehrt Bauern auf diese Produktionszweig umgestellt, um zumindest einen Teil der Nachfrage mit einheimischem Pferdefleisch decken zu können.

 

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