Schweizer Landwirtschaft -

WISSEN

23. Mai 2012, 00:05

Tiergesundheit

Gesunde Tiere stehen für gesunde Lebensmittel. Die Gesundheit und Seuchenfreiheit der Nutztiere ist ein wichtiger Faktor für die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaft und für den internationalen Handel. Durch vorbeugende Massnahmen wie Informationskampagnen und Aus- und Weiterbildung von Tierhaltern, Tierärzten und Lebensmittelsicherheitspersonal sollen Tierseuchen gar nicht erst zum Ausbruch kommen. Eine weitere wichtige Massnahme ist eine lückenlose Tierverkehrskontrolle sowie die Meldepflicht für bestimmte Krankheiten an das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET). Die Kontroll- und Überwachungstätigkeit erfolgt in der Schweiz durch das BVET. Zur Tiergesundheit tragen neben dem BVET auch die freiwilligen Anstrengungen der Tierhalter bei. Aus diesem Grund werden die Gesundheitsdienste für Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Hirsche vom Bund unterstützt. Die Tierverkehrskontrolle gilt für alle Klauentiere: Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine, Büffel, Lama, Alpaka, Dammhirsch und Rothirsch. Die Tierverkehrskontrolle beinhaltet fünf Elemente:


  1. ein nationales Register der Betriebe mit Tierhaltung

  2. die Kennzeichnung aller Klauentiere mit offiziellen Ohrenmarken

  3. das Ausstellen von Begleitdokumenten wenn Tiere den Betrieb verlassen

  4. das Führen von Tierverzeichnissen auf dem Betrieb

  5. eine nationale Tierverkehrsdatenbank, die Tierbewegungen erfasst und als zentrale Stelle der Kennzeichnung und des Tierverkehrs tätig ist


Um gegen hochansteckende Viruskrankheiten wie zum Beispiel die Schweinepest oder die Maul- und Klauenseuche gewappnet zu sein, wurde das Institut für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe (IVI), das Forschungsinstitut des BVET gegründet. Es befasst sich mit der Erforschung, Diagnostik, Überwachung und Kontrolle der hochansteckenden Seuchen. Geforscht wird am IVI in einem Hochsicherheitslabor.

Im Falle eines Ausbruchs einer hochansteckenden Tierseuche sind genaue Abläufe und Strukturen vorgegeben. Um eine Ausbreitung zu verhindern werden Betriebe gesperrt und Schutz- und Sicherheitszonen rund um die Betriebe eingerichtet.
Ein weiterer wichtiger Bereich der Tiergesundheit ist der Schutz des Menschen vor ansteckenden Krankheiten, welche sich vom Tier auf den Menschen übertragen können (Zoonosen). Aktuelle Beispiele dazu sind Salmonellen oder Campylobacter.
Dank grossen Anstrengungen im Bereich der Bekämpfung und Ausrottung von bestimmten Tierseuchen ist die Schweiz offiziell anerkannt frei von zahlreichen Seuchen. Um diesen Status international zu erhalten muss die Seuchenfreiheit jedes Jahr auf Basis von Überwachungsprogrammen nachgewiesen werden.

 

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