Schweizer Landwirtschaft -

WISSEN

Weisse Trauben

In der Schweiz werden auf über 7'000 Hektaren Land weisse Rebsorten angebaut. Die Sorte Chasselas (Gutedel) macht davon fast drei Viertel aus. Weitere wichtige weisse Rebsorten sind die Müller-Thurgau, Chardonnay, Sylvaner sowie Pinot Gris. Pro Jahr werden etwas mehr als 50 Millionen Liter Weisswein produziert. Herr und Frau Schweizer trinken pro Jahr und Kopf rund 12 Liter Weisswein.

Gutedel (Chasselas)

Chasselas ist die verbreitetste Tafeltraubensorte. In der Schweiz wird sie auch als Keltertraube verwendet, vor allem in der Westschweiz, wo sie etwa 60 Prozent der schweizerischen Weinernte liefert. Die Anbaufläche dieser Sorte umfasst eine Fläche von ca. 5'300 Hektaren. Die Traube ist gross und goldgelb. Ihr Geschmack ist einfach oder mit einem leichten Muskatton. Die Sorte lässt sich gut an ihrer kupferfarbenen Triebspitzen und den vielen und kräftigen Ranken erkennen.

Müller-Thurgau

Dies ist eine aus einer Kreuzung entstandene Traubensorte des berühmten Professors Müller-Thurgau. In Deutschland wird sie denn auch oft mit dem Namen ihres Züchters benannt. Die Traube ist keine Kreuzung zwischen den Sorten Riesling und Silvaner. Mit modernen DNA-Analysen konnte man beweisen, dass die Mutterpflanze zwar zur Riesling-Sorte gehört, dass aber der Vater kein "Silvaner" sein kann, sondern eine Madeleine Royale.

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts fiel der Wein bei den Benotungen durch. Trotzdem konnte sich die Traube etablieren, da sie frohwüchsig und sehr fruchtbar ist. Riesling x Silvaner ist frühreif und fruchtbar. Die Früchte weisen einen geringen Säuregehalt auf und besitzen ein ansprechendes Muskatbukett.

Diese Sorte hat vor allem in der Deutschschweiz eine grosse Bedeutung. Insgesamt wird sie auf einer Fläche von ca. 650 Hektaren angebaut.

Silvaner

Der Silvaner stammt ursprünglich aus dem Donaugebiet. Bei uns wird er vor allem im Kanton Wallis angebaut. Die Anbaufläche umfasst gut 200 Hektaren. Der aus dieser Traube gekelterte Wein läuft unter der Bezeichnung "Johannisberg". Der Silvaner liefert kräftigere, blumigere Weine, vielfach mit etwas mehr Säure als der Riesling x Silvaner.

Pinot gris

Diese Rebsorte heisst auch Grauer Burgunder oder Malvoisie. Die Trauben sind allerdings nicht grau, wie man dem Namen nach annehmen könnte. Die Farbe ist ziegelrot oder gar bläulich. Sie stellt an den Standort besondere Ansprüche. Nur bei bester Reife, das heisst wenn mindestens 90° Oechsle erreicht werden, ergeben sich die bekannten Spitzenweine. Edelfäule steigert dabei die Qualität des Weines erheblich. Pinot gris wird in der Schweiz auf einer Fläche von ungefähr 170 Hektaren angebaut.

Chardonnay

Diese Weinrebensorte ist vor allem im Burgund und in der Champagne weit verbreitet, gewinnt aber auch in der Westschweiz mehr und mehr an Bedeutung. Die Weine sind kräftig, reich und von feiner Blume. Dank dem erhöhten Säuregehalt sind sie auch gut haltbar. Die Anbaufläche beträgt in der Schweiz mittlerweile über 250 Hektaren.

 

Infografik

Rebbauflächen

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