Geschichtliches zum Kartoffelbau
In Europa erkannte man den Wert der Kartoffel für die menschliche Ernährung nicht sofort. Sie war vielmehr ein Kuriosum, das in botanischen Gärten ein Dasein fristete. Erst im 18. Jahrhundert erhielt die Kartoffel den ihr zustehenden Platz im Ackerbau und wurde danach rasch zu einer der wichtigsten Pflanzen für die menschliche Ernährung. Diese zentrale Bedeutung auf dem Speisezettel hatte Mitte des 19. Jahrhunderts katastrophale Folgen: Damals vernichtete die Kraut- und Knollenfäule grosse Teile der Kartoffelernten in Europa und brachte grosse Hungersnöte in die betroffen Länder. Diese neue Krankheit wütete in Irland besonders stark und veranlasste viele Iren, ihre Heimat aufzugeben und in die Neue Welt auswandern.
Im Zweiten Weltkrieg sicherte die Kartoffel weitgehend die Ernährung der Schweizer Bevölkerung. Nach bundesrätlichem Plan wurde in den ersten Kriegsjahren die Anbaufläche in kurzer Zeit auf über 80'000 Hektaren ausgedehnt. Heute pflanzen die Schweizer Bauern noch etwas mehr als 13'500 Hektaren Kartoffeln an. Das hat vor allem zwei Gründe: Dank des technischen Fortschrittes und besserer Sorten werden heute auf der gleichen Fläche wesentlich höhere Mengen geerntet als früher. Zum anderen ist der Kartoffelanbau trotz teurer Maschinen immer noch sehr arbeitsintensiv und verursacht viel Handarbeit. Dieser Produktionszweig ist nur für solche Betriebe rentabel, wo genügend familieneigene Arbeitskräfte bei den Erntearbeiten mithelfen können.
