Schweizer Landwirtschaft -

WISSEN

Anbau, Pflege und Ernte

Aussaat

Roggen, Triticale und Dinkel werden ausschliesslich im Herbst ausgesät. Bei Hafer, Weizen und Gerste ist die Aussaat je nach Sorte auch im Frühjahr möglich. Bevor der Bauer säen kann, wird das Saatbett zumeist durch mehrere Arbeitsgänge hergerichtet: Nachdem der Bauer mit dem Pflug die Pflanzenreste der letzten Ernte in den Boden eingearbeitet hat, lockert er ihn mit einer Egge. Dies geschieht rund drei bis vier Wochen vor der Saat. In den letzten paar Jahren wird Getreide immer häufiger direkt gesät. Dass heisst, es wird vor der Saat weder gepflügt noch geeggt. Dies hat den Vorteil, dass der Boden geschont wird. Jedoch wird das Getreide in den ersten paar Wochen bis Monaten stark vom Unkraut konkurrenziert. Der Bauer muss also abwägen, welche Anbaumethode für seinen Boden am besten geeignet ist. Pro Quadratmeter sät der Bauer etwa 400 Weizenkörner. Zum Keimen benötigt das Getreidekorn Wärme, Wasser und Sauerstoff. Vor allem die letzten beiden Faktoren werden wesentlich von der Saattiefe mitbestimmt. Wird tief gesät, kann sich der Samen zwar sehr gut mit Wasser versorgen, dafür aber nur unzureichend mit Luft.

 

Pflege

Damit die Getreidepflanzen gut gedeihen, müssen sie vor allem mit den Nährstoffen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium ausreichend versorgt werden. Im Getreidebau werden zumeist Kunstdünger verwendet – technisch oder chemisch hergestellte Düngemittel. Diese können von den Pflanzen sehr schnell aufgenommen werden. Gülle eignet sich besonders im Frühjahr ebenfalls als Dünger. Stallmist hingegen ist zur Nährstoffversorgung von Getreide ungeeignet, da es lange dauert, bis er soweit abgebaut ist, dass er von den Pflanzenwurzeln aufgenommen werden kann. Zuviel Dünger kann dem Getreide schaden. Eine zu hohe Stickstoffdüngung kann dazu führen, dass das Getreide bei einem Sommergewitter einknickt und auf den Boden fällt. In der Fachsprache spricht man in diesem Fall von Lagerfrucht. Umgefallene Pflanzen verlieren an Qualität und können nach der Ernte häufig nicht mehr zu Brot verarbeitet werden.

Neben der Düngung ist auch die mechanische oder chemische Unkrautregulierung ein wichtiger Bestandteil im Getreidebau. Zudem gilt es, Krankheiten und Schädlinge im Auge zu behalten und wenn nötig mit Pflanzenschutzmitteln oder tierischen Nützlingen den Schaden zu begrenzen.

 

Ernte

Die Ernte erfolgt je nach Getreideart zwischen Ende Juni und Anfang November. Als erstes ist die Gerste reif, als letztes der Mais. Um den optimalen Erntezeitpunkt zu erwischen, muss der Bauer die Getreidekörner regelmässig sorgfältig kontrollieren: Sobald das Korn hart und der Wassergehalt 15 Prozent beträgt, kann geerntet werden. Beginnt es während der Getreideernte zu regnen, muss der Mähdrescher seine Arbeit einstellen. Je nach Intensität und Länge des Niederschlages kann erst nach zwei Tagen weitergedroschen werden. Getreide kann auch bei einen Wassergehalt von über 15 Prozent gedroschen werden. Das Erntegut muss aber anschliessend künstlich getrocknet werden.

 

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