Allgemeines zu Getreide
Getreide wird schon seit Urzeiten angebaut und in der menschlichen und tierischen Ernährung geschätzt. Getreide und Produkte aus Getreide zählen zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln dieser Erde. Doch Getreide ist nicht gleich Getreide. Während in unseren Breitegraden vor allem Weizen, Roggen und Dinkel – in Form von Brot und Teigwaren – beliebt sind, ernährt sich die asiatische Bevölkerung hauptsächlich von Reis.
Bedeutung des Getreidebaus
Die Schweizer Bauern bauen verschiedene Brot- und Futtergetreide an. Zu den Brotgetreiden gehören Weizen, Roggen und Dinkel, zu den Futtergetreiden Gerste, Hafer, Triticale (eine Kreuzung zwischen Weizen und Roggen) und Mais. Der Weizen ist mit einer Anbaufläche von 83'000 Hektaren die klare Nummer eins der Getreidearten in der Schweiz. Auf den weiteren Plätzen folgen Gerste, mit knapp 38'000 Hektaren das wichtigste Futtergetreide, und Körnermais. Die Getreidefläche hat lange zugenommen, und die Erträge sind dank besserer Sorten und dem technischen Fortschritt stark gestiegen. So wurde schliesslich mehr produziert, als der Markt aufnehmen und verwerten konnte und immer mehr Brotgetreide musste zu Viehfutter deklassiert werden. Mit verschiedenen Massnahmen wirkt der Bund dieser Entwicklung entgegen. Belohnt werden zum Beispiel Landwirte, die in ihrem Getreide weniger Spritzmittel einsetzen und damit eine kleinere Ernte erzielen. Dieses umweltschonend produzierte Brotgetreide nennt man Extenso-Getreide. Weiter erhalten die Bauern eine Prämie, wenn sie Futter- statt Brotgetreide anbauen und damit den Brotgetreidemarkt entlasten.
Die Getreidekörner sind sowohl für Menschen wie für Tiere wichtige Nährstofflieferanten. Weichweizen, Dinkel und Roggen liefern das Mehl für die Herstellung von Broten und anderen Backwaren. Aus Gerste, Triticale und Mais werden hochwertige Futtermittel für die Tierernährung hergestellt. Hafer dient sowohl der menschlichen Ernährung (z.B. Haferflocken) wie auch als Futtermittel. Hartweizen, der in der Schweiz jedoch nicht angebaut wird, wird bei der Fabrikation von Teigwaren verwendet.
Getreide in der Tierfütterung
Zwei Drittel des in der Schweiz produzierten Getreides wird den Tieren verfüttert. Vor allem Schweine und Hühner fressen Getreide. Milchkühe benötigen pro Tag je nach Milchleistung ein bis zwei Kilo Getreideschrot als Kraftfutter. Im Getreide sind wesentlich mehr Stärke und Vitamine enthalten als im Gras oder Heu.
Die Verfütterung von Getreide an Masttiere ist umstritten. Das sogenannte Veredeln des Getreides ist nach Ansicht der Kritiker eine Verschwendung von Nahrungsmitteln. Sie stützen ihre Aussage darauf, dass zur Produktion von einem Kilogramm Fleisch je nach zitierter Quelle sechs bis zehn oder noch mehr Kilogramm Getreide (zum Beispiel Mais) notwendig sind. Zudem wird argumentiert, dass zur Produktion von einem Kilogramm Fleisch ein Mehrfaches an Wasser benötigt wird als zur Produktion von einem Kilogramm Getreide oder Gemüse.


