Schweizer Landwirtschaft -

WISSEN

Allgemeines zum Futterbau

Die Schweizer Bauern produzieren den natürlichen Bedingungen angepasst. Daher hat der Futterbau in der Schweizer Landwirtschaft eine grosse Bedeutung. Unsere Kühe, Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen ernähren sich hauptsächlich von Rauhfutter. Dazu gehören Gräser, Klee und Kräuter. Die natürlichen Bedingungen, wie Klima und Boden, könnten in vielen Regionen der Schweiz für ein üppiges Graswachstum nicht besser sein. In den Voralpen, im Jura und im eigentlichen Berggebiet gibt es kaum Alternativen zur futterbaulichen oder forstwirtschaftlichen Nutzung. Je nach Standort und Bewirtschaftung bilden sich Wiesentypen mit einem unterschiedlichen Pflanzenbestand aus.

Neben diesen „Naturwiesen“ (auch „Dauerwiesen“ genannt) gibt es die sogenannten „Ansaatwiesen“ oder „Kunstwiesen“. Kunstwiesen werden im Wechsel mit Ackerfrüchten angebaut und sind damit ein Bestandteil der Fruchtfolge.

Bedeutung des Futterbaus

Die Schweizer Landwirte bewirtschaften eine Fläche von mehr als einer Million Hektaren. Davon sind knapp 800'000 Hektaren Futterfläche, also Wiesen und Weiden. Im Vergleich: Ein Fussballfeld hat ungefähr die Grösse einer Hektare. Die wirtschaftliche Bedeutung des Futterbaus zu beziffern, ist schwierig, denn im Gegensatz zu den Kartoffeln, der Milch oder den Schlachttieren verkaufen die Bauern das Grünfutter (zumeist) nicht, sondern benötigen es, um ihre Tiere zu füttern. Da die raufutterverzehrenden Tiere eine wichtige Einnahmequelle für die Bauern darstellen und in der Schweiz das Rauhfutter den grössten Teil der Fütterung ausmacht, ist der Futterbau ein nicht zu unterschätzender Betriebszweig für die Schweizer Landwirtschaft. Es gibt Berechnungen, die aufzeigen, dass der Wert des produzierten Rauhfutters Gras, Heu und Silage bedeutend grösser ist als der Wert, welchen die Ackerkulturen (ohne Spezialkulturen) abwerfen.

Blumig oder rentabel

Unsere Milchkühe erhalten im internationalen Vergleich wenig Kraftfutter. Dafür benötigen sie ein gehaltreiches und gut verdauliches Wiesenfutter. Nur ein Futterbau mit häufiger Nutzung und angepasster Düngung ermöglicht qualitativ hochwertiges Futter. Die Kuh ihrerseits bevorzugt junge Gräser, Klee und Kräuter.

Diese Nutzungsweise führte aber in den letzten Jahren dazu, dass artenreiche,

blühende Heuwiesen besonders im Mittelland verschwunden sind. Damit diese Pflanzen versamen können, müssen sie später geschnitten werden. Futterertrag und vor allem die Qualität sind dann geringer. Der Verzicht auf eine intensive Bewirtschaftung führt daher zu einem wirtschaftlichen Verlust für den Bauern. Mit dem Futter einer Gras-Weissklee-Wiese, das auf einer Hektare anfällt, lassen sich umgerechnet ca. 12'400 Liter Milch erzeugen. Auf der gleichen Fläche einer blumenreichen Heuwiese nur 6'600 Liter. Der Schnittzeitpunkt entscheidet also über Ökologie oder Ökonomie. Dank den Direktzahlungen, welche die Bauern für Wiesen erhalten, die sie erst nach dem 15. Juni mähen, kann sowohl das finanzielle wie auch das ökologische Ziel erfüllt werden.

Futterbergung und Konservierung

Je nach Verwendungszweck geschieht die Futterbergung auf unterschiedliche Art und Weise. Gras, das zur Frischverfütterung vorgesehen ist, wird nach dem Mähen in den Stall gebracht. Es wird dort innerhalb von etwa 24 Stunden verfüttert. Für die Winterfütterung wird Gras konserviert. Dazu gibt es zwei Methoden: Trocknung und Silage. Betriebe mit Silofütterung verwenden den ersten Schnitt als Silage. Betriebe in der Siloverbotszone produzieren aus dem Frühjahrsgras geschmackvolles Heu. In der Folge sind im Unterland zwei weitere Schnitte möglich, die zu Emd getrocknet werden.

Heu:

Zur Qualität des Dürrfutters tragen sowohl der optimale Schnittzeitpunkt wie auch ein ausgewogener Bestand des Heugrases bei. Damit die Verluste nicht zu gross sind, ist eine schonende Heubereitung und Lagerung unerlässlich. Heu sollte idealerweise nicht mehr als zwölf Prozent Wasser enthalten, da sonst die Lagerfähigkeit abnimmt und die Gefahr von Fäulnis besteht. Damit dieser hohe Welkgrad erzielt werden kann, braucht es viel Sonne und Wärme. In der Schweiz ist das Risiko hoch, dass Regen oder ein Gewitter das vollständige Trocknen des Grases erschwert oder gar verunmöglicht. Um auch nicht ganz optimal getrocknetes Heu einbringen zu können, belüften viele Landwirte ihren Heustock mit einem Gebläse.

Silage:

Die Einlagerung von Gras in Silos ist in der Schweiz das zweitwichtigste Verfahren, um das Futter haltbar zu machen. Silieren wird häufig auch als Vergären oder Ansäuren umschrieben. Heute kennt man neben den Hochsilos auch die Flachsilos sowie die Ballensilage. Um aus frisch geschnittenem Gras Silage herstellen zu können, muss das Gras nur leicht angewelkt und nicht wie beim Heu fast vollständig getrocknet werden.

 

 

Weitere Infos

www.agff.ch

Suche