Schweizer Landwirtschaft -

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Die Ursprünge des landwirtschaftlichen Verbandswesens

Die ersten kantonalen landwirtschaftlichen Vereine wurden in den 1830er Jahre gegründet. 40 Jahre später folgten erste lokale und regionale Vereine. Gegründet und geführt wurden sie von Wissenschaftlern, Politikern, Honoratioren (Ehrenmänner) und Grossbauern. Ihr Ziel war es, der Landwirtschaft zum Aufschwung zu verhelfen. Der älteste Landwirtschaftliche Verein der Schweiz ist die im Jahr 1759 gegründete Ökonomische Gesellschaft des Kantons Bern (OGG). Die kantonalen Vereine der Deutschschweiz schlossen sich im Jahr 1863 zum Schweizerischen Landwirtschaftlichen Verein (SLV) zusammen. Auf gleiche Weise, nur einige Jahre später, entstanden auch in der französischen- und italienischsprachigen Schweiz solche Zentralvereine. Diese sowie die Alpwirtschaftlichen Vereine, der Schweizerischen Landfrauenverband und die Gartenbauvereine erhielten und erhalten noch heute Bundesbeiträge. Im 19. Jahrhundert gelang es nicht, die breite Masse der Bauern zu organisieren.  Aufschwung erlebte der SLV ab 1890 nachdem die Zeitschrift "Die Grüne" lanciert worden war.
    
Im Jahr 1897 wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Geschichte des landwirtschaftlichen Verbandswesens gelegt. Am 7. Juni 1897 wurde in Bern der  Schweizerische Bauernverband (SBV) gegründet. Zum ersten Sekretär wurde Ernst Laur ernannt. Die Gründung fiel in eine Zeit starker wirtschaftlicher Umwälzungen. Industrie und Handel waren daran, die Krise der 1880er Jahre zu überwinden, die Ertragslage der Bauern war völlig unbefriedigend. Die einen gaben dem zunehmenden Druck durch Importe aus dem Ausland Schuld an der schlechten wirtschaftlichen Lage der Bauern. Die anderen, der starken Verschuldung der Bauern, den fehlenden Kreditmöglichkeiten, im aus ihrer Sicht ungerechten Steuersystem sowie in der mangelnden Bildung der Bauern. Viele erkannten, dass nur ein einheitliches Auftreten die Landwirtschaft aus der Krise führen kann. Nach der Gründung des SBV zieht sich der SLV aus jeglichen wirtschaftspolitischen Tätigkeiten zurück. Die Zentralvereine widmeten sich fortwährend der Vermittlung von Unfall- und Haftpflichtversicherungen und dem Aufbau eines Bildungssystems. Sie spielten durch ihr Engagement im Bereich Bildung und Beratung eine wichtige Rolle bei der Modernisierung und Professionalisierung der Landwirtschaft, die in der Zwischenkriegszeit einsetzte.

Am 28. Mai 2002 fusioniert der SLV mit dem SBV. Damit ging eine jahrzehntelange Ära zu Ende, welche die Landwirtschaft wesentlich mitgeprägt hatte.

 

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