Die Landwirtschaft und ihr Umfeld
Die Landwirtschaft hat sich in den vergangenen 15 Jahren stark verändert: Vorschriften in den Bereichen Ökologie und Tierschutz sind um einiges strenger geworden und der Bauer muss heute nicht mehr nur die Aufgabe des Nahrungsmittelproduzenten erfüllen, sondern ebenso die des Landschaftspfleger. Während der gleichen Zeit sind die Produzentenpreise kontinuierlich zurückgegangen. Ein Spannungsfeld, das dank Direktzahlungen überwunden werden kann.
Bedeutung der Multifunktionalität
Die moderne Landwirtschaft hat längst nicht mehr nur die Aufgabe, Nahrungsmittel zu produzieren. Der Erhalt der Kulturlandschaft und der Biodiversität sowie die dezentrale Besiedelung sind heute mindestens ebenso wichtige Leistungen, welche die Bauernfamilien erbringen. Um zum Beispiel die Landschaftspflege finanziell rentabel zu machen, gilt der Bund die dazu notwendigen Massnahmen in Form von Direktzahlungen ab. In Zeiten, wo die Preise für landwirtschaftliche Produkte so tief sind wie heute, werden diese Zusatzaufgaben und das damit verbundene Einkommen für die Landwirte immer wichtiger. Der Bauer als Landschaftspfleger: Eine Bezeichnung die vor allem in wenig bis unproduktiven Gegenden mehr und mehr ihre Berechtigung hat.
Spannungsfeld Ökonomie - Ökologie - Tierschutz
Die ökologischen und tierschützerischen Vorschriften sind in den vergangenen 15 Jahre ständig verschärft worden. So muss zum Beispiel den Milchkühen Zugang zum Freien gewährt werden und die Liegeplätze müssen eine gewisse Grösse aufweisen. Kälber dürfen nicht mehr angebunden werden und Schweine dürfen nicht mehr auf Vollspaltenböden gehalten werden. Im Pflanzenbau sind chemische Mittel eingeschränkt oder gar nicht mehr erlaubt, Monokulturen mussten durch eine geregelte Fruchtfolge ersetzt werden und ein Teil der bewirtschafteten Fläche muss extensiviert werden. Für die Bauern bedeuteten diese Richtungsänderung bei den Vorschriften Mehrkosten und Mehrarbeit.
In der gleichen Zeitspanne sind die Produzentenpreise markant zurückgegangen. Erhielt ein Bauer im Jahr 1993 für einen Liter Milch noch mehr als einen Franken, so sind es im Jahr 2006 gerade noch um die 70 Rappen.
Die Wünsche und Vorstellungen der Bauern und der Naturschützer beziehungsweise der Tierschützer gehen oftmals weit auseinander. Um die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut bringen zu können, erhalten die Landwirte für besonders tierfreundliche Haltung oder besonders ökologische Bewirtschaftungsweisen Direktzahlungen vom Bund.
