Schweizer Landwirtschaft -

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Schweizerische Agrarpolitik

Kaum ein Wirtschaftssektor steht derart im Rampenlicht der Politik wie die Landwirtschaft. Es gibt auch kein anderer Wirtschaftssektor, der über ein eigenes Bundesamt verfügt. Ein separates Landwirtschaftsgesetz und verschiedene Verordnungen regeln die Schweizer Landwirtschaft. Die Agrarpolitik wurde in der Schweiz zu Beginn der Neunzigerjahre komplett umstrukturiert. Während vorher die Versorgung mit Nahrungsmitteln im Vordergrund stand, sind es nun die Wettbewerbsfähigkeit, die Nachhaltigkeit sowie die Multifunktionalität.

Allgemeines

Die Agrarpolitik regelt die Gestaltung der wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Verhältnisse der Land- und Forstwirtschaft. Die tragenden Säulen der Agrarpolitik sind die Markt-, Sozial- und Strukturpolitik.

Aufgaben der Agrarpolitik

Die Agrarpolitik regelt die Aufgaben der Schweizer Landwirtschaft. Sollen die Landwirte die Nahrungsmittelversorgung sicherstellen, so ist der Kern der Agrarpolitik darauf ausgerichtet, zum Beispiel durch staatlich garantierte Preise und Absatzgarantien. Hat die Landwirtschaft aber die Aufgabe, die Attraktivität der Landschaft zu erhalten, so ist es die Aufgabe der Agrarpolitik, die dafür notwendigen Massnahmen, zum Beispiel die Abgeltung von besonders naturnaher Bewirtschaftung, festzulegen.

Technischer Fortschritt

Der technische Fortschritt brachte den Landwirten viel Erleichterung. Hier ein Beispiel: In der Mitte des 19. Jahrhunderts brauchten drei Personen mit einem Ochsengespann 100 bis 120 Stunden für das Pflügen eines Ackers von der Grösse eines Fussballfeldes (rund eine Hektare). Heute erledigt das ein Traktorfahrer mit einem Dreischarpflug in zwei bis drei Stunden. Die körperliche Belastung der landwirtschaftlichen Arbeit hat durch die Mechanisierung merklich abgenommen. Durch die enorme Steigerung der Produktivität werden die Betriebe immer grösser.

Doch der technische Fortschritt fordert auch seinen Tribut. Die Zahl der Schweizer Bauernhöfe hat zwischen 1955 und 2004 als Folge der Mechanisierung von 206'000 auf 66'000 abgenommen, die Zahl der ständigen Arbeitskräfte von 421'000 auf 92'000.

Strukturwandel in der Landwirtschaft

Seit mehreren Jahrezehnten nimmt die Zahl der Betriebe stetig ab. Das sogenannte "Bauernsterben" wird im Fachjargon Strukturwandel genannt. In den fünfziger und sechziger Jahren lag die durchschnittliche Abnahme bei rund zwei Prozent. Etwas schwächer war sie in den zwei darauffolgenden Jahrzehnten. Mit der Neuorientierung der Agrarpolitik in den neunziger Jahren setzte wieder ein höherer Strukturwandel ein (Agrarbericht 2004, BLW). Im Jahr 2003 mussten pro Tag vier Bauernfamilien ihren Hof aufgeben. Am stärksten vom Strukturwandel betroffen sind Kleinstbetriebe. Während es im Jahr 1990 noch 21'000 Betriebe gab, die weniger als eine Hektare Land bewirtschaften, waren es im Jahr 2003 nur noch 3'000. Dies entspricht einer Abnahme von mehr als 85 Prozent. Dagegen nahm die Anzahl Betriebe mit über 30 Hektaren Kulturland in der gleichen Zahl von 7'000 auf 8'000 zu.

Werden jährlich etwa 2,5 Prozent der Betriebe aufgegeben, so spricht man von einem sozialverträglichen Strukturwandel.

Zukunft der Schweizer Landwirtschaft

Die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft ist alles andere als rosig. Gesättigte Märkte und Billigimporte aus dem Ausland drücken auf die Preise, knappe Bundesfinanzen machen Druck auf die Direktzahlungen. die vollständige Liberalisierung der inländischen Märkte verschärft die Konkurrenz unter den Bauern und fördert die Macht der Abnehmer und durch die Verhandlungen mit der Welthandelsorganisation und der Europäischen Union werden für viele Produkte die Grenzen fallen.

Um diesen Herausforderungen gewachsen zu sein und in Zukunft bestehen zu können, ist es für die Schweizer Landwirtschaft notwendig, sich von der ausländischen Konkurrenz abzuheben. Sei dies nun durch eine garantiert regionale Herstellung der Produkte, durch eine hervorragende und ausgewiesene Qualität oder durch Spezial- oder Nischenprodukte, wie etwa ein Bergkäse oder ein Bündnerfleisch.

 

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