Schweizer Landwirtschaft -

WISSEN

Vom 19. bis 20. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert war geprägt durch die zunehmende Industrialisierung. Immer häufiger gelangte billiges Getreide aus dem Ausland in die Schweiz. Die einheimische Produktion ging zurück, der Selbstversorgungsgrad nahm bedrohlich ab. Während des Ersten Weltkrieges traten denn auch prompt gravierende Engpässe bei der Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln auf.

Um eine ähnliche Entwicklung zu verhindern, wurde im Frühling 1938 ein Bundesgesetz über die Sicherstellung der Landesversorgung mit lebenswichtigen Gütern erlassen. Der Zweite Weltkrieg löste die sogenannte Anbauschlacht aus. Mit Erfolg konnte damals die Schweizer Landwirtschaft die Produktion derart steigern, dass trotz geschlossener Grenzen kaum Engpässe bei der Nahrungsmittelversorgung auftraten. Im Landwirtschaftsgesetz von 1951 wurde der Versorgungsauftrag der Landwirtschaft festgelegt, zudem wurde darin ein gesunder Bauernstand und eine leistungsfähige Landwirtschaft propagiert. Diese Politik führte jedoch bald in die Sackgasse: Überproduktion und ein hohes Preisniveau waren die Folge. Zudem traten durch die intensive Landwirtschaft auf vermehrt ökologische Probleme. Die zentrale Aufgabe der modernen Landwirtschaft ist auch heute noch die Nahrungsmittelproduktion. Diese erfolgt aber nach ökologischen und nachhaltigen Gesichtspunkten, wie es das Schweizer Stimmvolk am 9. Juni 1996 mit der Zustimmung zum neuen Landwirtschaftsartikel in der Bundesverfassung verlangt hatte. Der entsprechende Artikel 104 lautet wie folgt:

 

 

 

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