22. Mai 2012, 20:05
Xundheit
Wenn unser Gegenüber niest, sagen wir automatisch „Gesundheit“, ohne uns bewusst zu sein, welch grosses Wort wir da in den Mund nehmen.
Gesundheit ist eine teure und aufwändige Sache, wenn man sie volkswirtschaftlich betrachtet, an die Krankenkassenprämien und an die Kosten von Spitälern und Altersheimen denkt. Die Strukturen des Gesundheitswesens mit seinen komplexen Verknüpfungen sind zu einem System gewachsen, das nur sehr schwer verändert werden kann. Alle wollen in jedem Fall optimal versorgt werden, sie möchten mit den neusten und wirksamsten Medikamenten behandelt werden und in den Genuss der modernsten Technologie in der Diagnose und der Therapie kommen. Selbstverständlich sollen alle Kosten in der Grundversicherung abgedeckt werden, denn Zusatzversicherungen kosten ein Heidengeld.
Neben den von den Krankenkassen im Solidaritätssystem gedeckten Leistungen boomt ein weiteres Marktsegment: Die Zusatzstoffe, die uns zu mehr Lebensqualität führen sollen. Die Auswahl ist gross: Cholesterinsenkende Lebensmittel, Kapseln für starke Nerven und schöne Haare, Säfte zur Entgiftung und Entschlackung, Basenmittel gegen zu hohen Säurewert, Verdauungsfördernde, probiotische Joghurts, Pillen für mehr Leistungsfähigkeit - einfach so oder für besondere Gelegenheiten. Wohlverstanden, all diese Produkte sind irgendwie getestet, einige sind selbst deklarierte Testsieger oder sie sind mindestens von zufriedenen Kunden empfohlen … was auch immer das heissen mag.
Ernährungsfachleute sind sich einig: die wenigsten dieser Produkte sind lebensnotwendig oder verbessern unseren Gesundheitszustand massgebend.
Eigentlich genügt es, sich ausgewogen und mit frischen, regionalen Lebensmitteln zu ernähren. Dazu muss man wissen, was wann geerntet wird und wie was gekocht und zubereitet wird.
Sie, liebe LeserInnen sind auf gutem Weg, dieses Wissen hier auf unserer Website abzuholen, viel Spass!
Margreth Rinderknecht
Präsidentin der Zürcher Landfrauen Vereinigung
