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Schweizer Agrarjournalisten besuchen Störzucht

31.01.2012 - (lid) – Zu ihrem ersten Treffen im Jahr 2012 lud Adrian Krebs, Präsident der Schweizer Agrarjournalisten, seine Mitglieder ins Tropenhaus nach Frutigen ein. Rund 30 Mitglieder folgten am 27. Januar der Einladung und lernten die erste alpine Störzucht kennen.

Schweizer Agrarjournalisten lernen erste alpine Störzucht kennen in Frutigen.

Wenn das warme Bergwasser aus dem Eisenbahn-Basistunnel durch den Lötschberg in die Kander geleitet würde, gäbe es bald keine Seeforellen mehr, deshalb mussten umweltverträgliche Lösungen gesucht werden, um das warme Bergwasser zu kühlen. Dies erklärte Niklaus Hari, Landwirt und Mitarbeiter im Tropenhaus Frutigen, den aus der ganzen Schweiz angereisten Agrarjournalisten.

Aus dem Eisenbahn-Basistunnel fliessen pro Sekunde 100 Liter Bergwasser, das 18 bis 20 Grad Celsius warm ist. Im Tropenhaus wird diese Wärmeenergie auf sinnvolle Weise genutzt: In der öffentlich zugänglichen Anlage werden Wärme liebende Fische und Pflanzen gezüchtet.

Eine Alternative zum traditionellen Fischfang im offenen Meer ist die Aquakultur – die Aufzucht von Fischen in Gehegen, die im Wasser liegen. Das Tropenhaus Frutigen leistet auf diesem Gebiet Pionierarbeit, was die Agrarjournalisten nach ihrem Rundgang bestätigten. In seinen Becken werden Sibirische Störe gezüchtet, die ein feines Fleisch sowie Kaviar liefern. Bis Störzucht für Kaviar Geld abwirft, dauert es eine Weile. Die Weibchen werden erst im Alter von 6 Jahren geschlechtsreif und somit zu Kaviarproduzentinnen, so Samuel Moser. Deshalb hält man neben dem Stör einen Eglibestand, der etwas kürzere Produktionszyklen hat. Moser erklärte den Journalisten, dass ein Stör in Frutigen bis 80 Kilometer pro Tag schwimmen würde und dass durch die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern sichergestellt werde, dass die Tiere möglichst artgerecht gehalten werden. In der Schweiz ist Störfleisch weitgehend unbekannt, in Russland hingegen gehört es neben Kaviar auf jeden Festtags-Tisch. Seit kurzem steigt aber das Interesse der hiesigen Gastronomie für warm geräucherten und frischen Stör. Störfleisch ist weiss, hat eine feste Konsistenz und ist fettarm. Ein besonderes Merkmal ist das Fehlen von Gräten, was die Zubereitung vereinfacht.

 

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