Serbien will in die EU um Agrarexporte zu stärken
25.05.2011 - (lid) - Serbien hat dank einer Fruchtfolgefläche von 4 Millionen Hektaren und guten Böden ein grosses Landwirtschafts-Potenzial. Dieses ist zur Zeit aber ungenügend genützt, wie sich auf einer Reise von internationalen Agrarjournalisten durch das Land zeigte.
Wichtigste Gründe dafür sind eine sehr kleine durchschnittliche Betriebsgrössen, schlechte finanzielle Verhältnisse der Bauern, mangelnde Ausbildung und eine starke Landflucht. Die gut 440 000 gesetzlich anerkannten Bauern verfügen über eine Betriebsfläche von lediglich 4 Hektaren. Das Stützungsniveau ist tief: Serbien unterstützt seine Landwirte mit total 30 Millionen Euro jährlich, nur gut ein Prozent des Betrags, den sich die Schweiz ihre Landwirtschaft kosten lässt. Deshalb erhofft man sich einiges von der EU, nicht nur was die Stützung angeht, sondern auch bezüglich Exporten. Wie der Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium gegenüber den Journalisten betonte, sind Agrarprodukte die grösste Exporthoffnung der Serben, da weder der Dienstleistungssektor noch die Industrie in dieser Beziehung viel zu bieten haben. Schon heute ist Serbien Nettoexporteur von Agrarprodukten, mit besonderem Fokus auf Rindfleisch, Getreide und Früchten, namentlich Himbeeren und Äpfeln. Die wichtigsten Exportländer sind allerdings in weniger zahlungskräftigen Regionen angesiedelt: Mit Russland, Weissrussland und der Türkei bestehen Freihandelsverträge. Dorthin exportiert man unter anderem die Äpfel aus einer der mit 210 Hektaren zusammenhängender Fläche grössten Apfelplantagen europaweit, die vom reichsten Serben, dem Geschäftsmann Miroslav Miskovic und seiner Delta Agrar betrieben wird.
Adrian Krebs, Präsident Schweizer Agrarjournalisten
