Schweizer Landwirtschaft -

AKTUELL

Der Import von Erdbeeren aus Spanien nimmt zu

14.04.2010 - (lid) - Unter dem Motto "Es ist nicht Erdbeersaison" macht die Plattform für eine sozial nachhaltige Landwirtschaft in verschiedenen Städten der Romandie zurzeit darauf aufmerksam, dass die spanischen Erdbeeren hohe soziale Kosten und Umweltschäden verursachen.

Erdbeeren werden derzeit in allen Grossverteilern relativ günstig angeboten. Die Mehrheit davon stammt aus Spanien und wird unter "unerträglichen" Arbeitsbedingungen produziert, wie Philippe Sauvain von der Plattform für eine sozial nachhaltige Landwirtschaft gegenüber der Nachrichtenagentur SDA erklärte. Ausserdem gefährde die Wasserverschwendung bei der Bewässerung die Umwelt.

Obwohl bei den Konsumentinnen und Konsumenten eine gewisse Sensibilisierung festzustellen sei, wurden 2009 so viele Erdbeeren in die Schweiz importiert wie nie zuvor, sagte Sauvain. Gemäss Aussenhandelsstatistik der Oberzolldirektion waren es über 13'000 Tonnen. Zum Vergleich: In den neun Jahren zuvor betrug die Importmenge jeweils zwischen 10 und gut 12 Tonnen.

Während der Erdbeersaison in der Schweiz, die im Mai beginnt, wurden 2009 gemäss Schweizerischem Obstverband 5'400 Tonnen Erdbeeren produziert.

Auf die prekären Produktionsbedingungen in Spanien angesprochen, verteidigen sich die Grossverteiler. Coop verweist auf bestimmte Kriterien, die die Produzenten einhalten müssten. Migros setzt auf langfristige Handelsbeziehungen mit Lieferanten aus Huelva, denn "nur zertifizieren reicht nicht aus", sagte Migros-Sprecherin Martina Bosshard auf Anfrage der SDA. Zertifikate im Umwelt- und Sozialbereich seien der Anfang. Danach aber müsse man präsent sein und ständig deren Einhaltung kontrollieren.

 

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