Weiden reduziert die Lachgas-Emissionen mehr als bisher gedacht
08.04.2010 - (lid) - Kühe sind hinlänglich bekannt für ihre hohen Lachgas-Emissionen. Eine deutsche Forschergruppe hat nun gezeigt, dass das Weiden von Kühen die Lachgasemissionen aus den Böden reduziert.
Die einjährigen Versuche des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung Atmosphärische Umweltforschung vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wurden in der Steppe der Mongolei durchgeführt. Die die Resultate wurden nun im Nature Nr. 464 publiziert. Laut den Forschern werden die Auswirkungen der Viehhaltung auf den Klimawandel deutlich überschätzt. "Sie reduziert vielmehr die Abgabe von Lachgas an die Atmosphäre", sagte einer der deutschen Wissenschaftler am 7. April in Garmisch-Partenkirchen gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Bei ihrer Arbeit haben die Forscher festgestellt, dass die Lachgasemissionen (N2O) am höchsten sind bei unbewirtschafteter Steppe. Durch das Abgrasen werde nämlich der Schnee leichter vom Winde verweht. Dadurch sind Böden mit Viehhaltung im Winter schlechter isoliert und bis zehn Grad kälter. "Kälte und Trockenheit hemmen dann mikrobielle Aktivitäten in der Tauperiode", erklärt Klaus Butterbach-Bahl. "Als Folge gibt das Erdreich bedeutend weniger Lachgas ab."
Er geht mit seinem Team davon aus, dass aufgrund falscher Daten bislang die Lachgas-Emissionen auf grossen Flächen um rund 72 Prozent überschätzt werden. Ihre Ergebnisse sehen die Wissenschaftler allerdings nicht als Hoffnungsschimmer im Kampf gegen den Klimawandel: "Unsere Arbeit zeigt lediglich, dass noch viel Forschungsarbeit notwendig ist, um die Quellen für atmosphärisches Lachgas wirklich zu verstehen", sagt Butterbach-Bahl.
Auch die starke Viehhaltung müsse kein praktikabler Ansatz sein. Denn wenn Rinder rülpsen und Blähungen haben, dann setzen sie in grossen Mengen den Klimakiller Methan frei - und dies wird in der Studie nicht berücksichtigt.