Pflanzenschutzmittel verringern die Artenvielfalt
12.02.2010 - (lid) - Die in der Landwirtschaft eingesetzten Spritzmittel sind nach einer europaweiten Studie der Hauptgrund für einen massiven Rückgang der Artenvielfalt auf Ackerböden und deren Umgebung.
Während auf einem ökologisch bearbeiteten Feld rund 1'000 verschiedene Arten vorkämen, seien es auf einem mit Pestiziden behandelten Acker nur noch rund halb so viele, wird Professor Teja Tscharntke von der Universität Göttingen von agrarheute.de zitiert. Der Agrarökologe hat an der Untersuchung in acht west- und osteuropäischen Ländern teilgenommen.
Für die Studie seien 150 Weizenfelder in Deutschland, den Niederlanden, Schweden, Irland, Spanien, Polen, Estland und Frankreich untersucht worden, sagte Tscharntke. Diese Äcker befänden sich in den unterschiedlichsten Regionen, seien verschieden gross und auf verschiedene Weise bestellt worden. Ziel der Untersuchung sei es gewesen, die Wirkung einzelner Faktoren auf die Vielfalt von Pflanzen und Tieren - vor allem Käfer und bodenbrütende Ackervögel - festzustellen.
Die Wissenschaftler haben zum Beispiel die spezielle Lage der Felder, den Charakter der Landschaft, die Bodenbeschaffenheit, die Nähe zu anderen Biotopen und besonders die Art des Landbaus und des damit verbundenen Einsatzes verschiedener Geräte und Substanzen bewertet. Das Resultat sei eindeutig, sagte Prof. Tscharntke: Der Hauptgrund für die Verringerung der Tier- und Pflanzenvielfalt seien Spritzmittel wie Insektizide oder Fungizide.