Der Bundesrat will Bioethanol fördern
27.01.2010 - (lid) - Treibstoffe aus Pflanzen haben in der Schweiz einen geringen Stellenwert. Der Bundesrat sieht aber im Bioethanol eine Chance fürs Klima. Er hat am 27. Januar beschlossen, die Rahmenbedingungen zu verbessern, um den Absatz zu fördern.
2009 sind in der Schweiz knapp zwei Millionen Liter Bioethanol an rund 180 Tankstellen verkauft worden. Dies entspricht einem halben Promille des gesamten Benzinabsatzes. Das Bioethanol sei damit weit von einem Marktdurchbruch entfernt, zitiert die Nachrichtenagentur SDA das Finanzdepartement.
Dies habe mit zeitweise tiefen Benzinpreisen zu tun, aber auch mit der Diskussion über Agrotreibstoffe. Kritiker monieren, dass der Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung den Hunger in Entwicklungsländern verschärft. Das Finanzdepartement betont, dass das in der Schweiz verkaufte Bioethanol ausschliesslich aus Holzabfällen hergestellt werde. Das langfristige Potenzial werde auf 200 Millionen Liter geschätzt. Damit könnten jährlich 0,47 Millionen Tonnen CO2 reduziert werden, was ein beachtlicher Beitrag zur Erreichung der Klimaziele sei.
Künftig soll der Einsatz von Benzin mit fünf Prozent Bioethanol nicht nur im Winter, sondern das ganze Jahr über möglich sein. Der Bundesrat hat des Umweltdepartement (UVEK) beauftragt, die Luftreinhalteverordnung entsprechend anzupassen. Zudem sollen administrative Hürden für eine Steuerbefreiung verringert werden. Die ökologischen und sozialen Mindestanforderungen sollen dabei jedoch nicht gelockert werden.
