Antibiotika-Spuren in Schweizer Äpfeln
17.11.2008 - (lid) -In Schweizer Äpfel sind Spuren des Antibiotika Streptomycin gefunden worden. Das Mittel wird gegen die Bakterienkrankheit Feuerbrand eingesetzt.
Untersucht wurden Proben aus den Kantonen Thurgau, St. Gallen und Zürich. Am Wochenende war bekannt geworden, dass Streptomycin in Äpfeln aus Vorarlberg nachgewiesen wurde. Es handle sich nur um geringe Mengen, zitierte die Nachrichtenagentur SDA den Thurgauer Kantonschemiker Christoph Spinner. Gesundheitlich seien die Äpfel absolut unbedenklich. Allerdings sind die Fachleute überrascht. "Einen Nachweis in Äpfeln hat niemand erwartet", sagte Christoph Spinner. Zwar sei es grundsätzlich nicht erstaunlich, dass sich Spuren von Pflanzenschutzmitteln in einer Frucht nachweisen lassen. Bei Streptomycin, das zur Bekämpfung des Feuerbrands eingesetzt wird, habe man jedoch damit gerechnet, dass es sich schneller abbaue. Nach ersten Meldungen aus Österreich haben die Kantonalen Labore St. Gallen und Zürich ihre Nachweismethoden verfeinert. Insgesamt wurden 62 Proben aus behandelten Anlagen untersucht. Davon war das Antibiotikum in 52 Proben nachweisbar. Warum auch Äpfel aus einer unbehandelten Anlage Spuren von Streptomycin aufwiesen, ist noch unklar.
Die gefundenen Rückstände betragen 0,0005 mg/kg bis 0,009 mg/kg. In der Schweiz und in der EU gibt es keinen Höchstwert für Streptomycin in pflanzlichen Lebensmitteln. In Österreich gilt ein Höchstwert von 0,05 mg/kg.
Mit einem Absatzeinbruch rechnet Edwin Huber, Präsident des Thurgauer Obstverbandes jedoch nicht, weil die Verunreinigung so gering sei. "Ich hoffe, dass der Konsument das richtig einschätzen kann", sagte er gegenüber der SDA.
