Leuthard wirbt bei den Bauern für Agrarfreihandel
12.11.2007 - (lid) - An der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) vom Montag, 12. November setzte sich Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard einmal mehr für ein Agrarfreihandelsabkommen mit der EU ein.
Ein solches Abkommen sei die bessere Alternative zu einem WTO-Abkommen, weil es nicht nur Grenzöffnungen, sondern auch Marktchancen biete. "Die Konkurrenzfähigkeit des gesamten Agrar- und Lebensmittelsektors würde gestärkt, die Exportchancen für hochwertige Produkte würde erhöht", sagte sie. Die Delegierten taten ihre Skepsis mit vielen kritischen Fragen kund.
SBV-Präsident Hansjörg Walter hatte die Versammlung mit einem positiven Rückblick auf das vergangene Jahr eröffnet. Der Sinkflug der Preise von Agrarrohstoffen sei gestoppt worden und es böten sich wieder bessere Perspektiven für die landwirtschaftliche Produktion. Ferner sei es gelungen, die Agrarpolitik 2011 in wichtigen Punkten zu korrigieren und den Zahlungsrahmen gegenüber dem bundesrätlichen Vorschlag um 150 Millionen Franken zu erhöhen.
Umso enttäuschter sei man, dass der Bundesrat nun im Agrarbudget schon wieder sparen wolle, erklärte Walter. Im Rahmen der Sparprogramme des Bundes sollen beim Agrarbudget im nächsten Jahr 45 Millionen Franken und im Jahr 2009 sogar 58 Mio. Franken gespart werden. Die Delegierten verabschiedeten eine Resolution, in der sie den Bundesrat aufforderten, den Willen des Parlamentes zu respektieren und umzusetzen. Ferner verlangen sie, dass der Bundesrat nicht einen einseitigen Kampf gegen eine angebliche Hochpreisinsel Schweiz führe, der sich ungerechtfertigterweise auf Lebensmittel fokussiere. Die Produkte der Schweizer Bauern seien zum Teil inzwischen gleich teuer wie in den Nachbarländern, die Kaufkraft hingegen sei deutlich grösser als im benachbarten Ausland.