Bauernverband: Gegen Freihandelseuphorie
01.11.2007 - (lid) – Die Diskussion um vermeintlich zu hohe Lebensmittelpreise am Europa Forum vom 29. Oktober und vom "Kassensturz" sei ein Gejammer, findet der Schweizerische Bauernverband (SBV).
Der Preisunterschied zwischen der Schweiz und der EU sei in letzter Zeit massiv geschrumpft. Viele Lebensmittel seien inzwischen gleich teuer wie in der EU oder gar billiger, schreibt der SBV in einer Medienmitteilung. Angesichts dessen sei die Aussage, dass mit einem Agrarfreihandelsabkommen die Lebensmittelpreise um 25 Prozent gesenkt werden können, falsch. Ein durchschnittlicher Schweizer Haushalt gebe heute 7,7 Prozent seines Einkommens für Lebensmittel aus, das sei so wenig wie nie zuvor. Auch die Kaufkraft sei in der Schweiz sehr hoch. Wenn man sich kosten- und qualitätsmässig der EU angleichen wolle, dann könne man dies gleich mit der ganzen Wirtschaft tun, nicht nur mit der Landwirtschaft. Auch bei den Parallelimporten stelle sich die Frage, weshalb sich die Wirtschaft mit Händen und Füssen dagegen wehre. Die Landwirtschaft erwarte mehr Fairness von der restlichen Wirtschaft.