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Agrarfreihandel mit der EU bleibt umstritten

04.06.2007 - Die Diskussion um Agrarfreihandel mit der EU bleibt aktuell und die Positionen liegen weit auseinander. Das zeigte eine Podiumsdiskussion anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Vereinigung der Schweizer Agrarjournalisten (SAJ) vom 1. Juni in der Kartause Ittingen.

(lid) – Die Diskussion um Agrarfreihandel mit der EU bleibt aktuell und die Positionen liegen weit auseinander. Das zeigte eine Podiumsdiskussion anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Vereinigung der Schweizer Agrarjournalisten (SAJ) vom 1. Juni in der Kartause Ittingen unter der Leitung von Ruedi Hagmann, Chefredaktor der "Bauernzeitung". In einer teilweise heftig geführten Diskussion zeigte sich Manfred Bötsch, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft, überzeugt, dass angesichts der sich abzeichnenden Entwicklungen in den WTO-Verhandlungen und angesichts der Bemühungen um bilaterale Abkommen mit Staaten wie Brasilien oder Indien der Agrarfreihandel mit der EU eine gute Lösung sei, mit der die Schweiz ihre Trümpfe im Export ausspielen könne. Lienhard Marschall, Präsident des Agrarkonzerns Fenaco, kritisierte, ein Agrarfreihandel komme nur dem Handel zugute und benachteilige die Bauern. "Wir haben unsere Landwirtschaft ökologisch reformiert, aber wir haben uns auch von der EU entfernt", sagte er. Zu unterschiedlich seien heute die Preisniveaus. Die Verluste der Bauern am Markt seien zu gross, als dass sie je mit tieferen Produktionskosten kompensiert werden könnten. Auch Hansjörg Walter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes, bezweifelte, dass die Produktionskosten der Bauern stark gesenkt werden könnten. Der Bauernverband nehme aber derzeit weder für noch gegen Agrarfreihandel Stellung, weil es auch Argumente dafür gebe. So sei für manche Verarbeitungsbetriebe die Erschliessung von neuen Märkten notwendig, um überleben zu können. Daran habe auch die Landwirtschaft ein Interesse. Günter Osl von der Vorarlberger Landwirtschaftsbteilung erläuterte, wie sich die Österreicher Bauern an die Öffnung der Märkte angepasst haben: Einerseits mit dem Ausnützen finanziellen Möglichkeiten, die die EU bietet, andererseits mit dem Besetzen von Nischen. "Die Schweinehalter haben sich zum Beispiel daran erinnert, dass es früher Alpschweine gab, die die Schotte von den Alpkäsereien verwerteten." Diese Alpschweine würden heute wieder erfolgreich vermarktet, zu Preisen die 25 Prozent höher seien als von normalen Schweinen. Die Referate zur SAJ-Jubiläums-Veranstaltung finden sich auf www.lid.ch

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